Alexandra Roehler und Johanna Kühl : Die Designerinnen von Kaviar Gauche über Brautmodentrends

Es ist ein ganz besonderer Zauber, den diese Kleider umgeben: Einmal im Leben das perfekte Brautkleid zu tragen, ist der Traum vieler Frauen. Und sie realisieren ihn: Alexandra Roehler und Johanna Kühl entwerfen einmal im Jahr eine Bridal Collection.

Hinter dem deutschen Label Kaviar Gauche stehen die Designerinnen Alexandra Roehler und Johanna Kühl, die seit 2009 mit ihren wunderschönen Designs und Kreationen aus der Bridal Couture nicht mehr weg zu denken sind. 

Mit den beiden Designerinnen sprechen wir über die neuesten Hochzeitstrends, das aufwendigste Kleid, welches sie jemals angefertigt haben und No-Gos in Sachen Brautkleid-Design.

Alexandra Roehler und Johanna Kühl im GALA-Interview

GALA: Wo holen Sie sich die Inspiration für Ihre Brautkleider?
Alexandra Roehler und Johanna Kühl: Wir lassen uns gerne von der Schönheit der Natur, den Menschen die uns umgeben, französischen Filmen und der Kunst im Allgemeinen inspirieren. Natürlich spielen auch Veränderungen des allgemeinen Bewusstseins und der gesellschaftliche Wandel eine große Rolle. Aber häufig sind es kleine, alltägliche Eindrücke, die uns besonders bewegen und unsere Kreativität beflügeln. Dieses Zusammenspiel sorgt dann für den typischen Kaviar Gauche Look.

Wie kam es dazu, dass Sie Brautkleider designen?
Eigentlich hat Kaviar Gauche mit Prêt-à-Porter begonnen. Das erste Brautkleid war eher zufällig entstanden. Es trug den Namen „Dream Dress“ und verfehlte seine Wirkung nicht. Es war heißbegehrt. Mittlerweile haben wir uns darauf spezialisiert und machen genau das was wir am Besten können: große Roben und minimalistische Kleider für den besonderen Anlass. Royale Hochzeitskleider Brautmode (25651)

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Wir lernten uns während des Studiums an der internationalen Modeschule ESMOD kennen und stellten schnell fest, dass wir stilistisch ähnlich ticken. Unsere Stärken und auch Schwächen haben sich bereits damals sehr gut ergänzt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Sind Sie sich immer einig, wenn es um ein Design geht?
Definitiv nicht, aber dafür sind wir sehr dankbar. Wichtige Bestandteile unserer kreativen Arbeit sind Ideenfindung und -austausch. Wir lassen uns beide gerne von Inspirationen leiten und haben viele Visionen. Die Basis unserer Zusammenarbeit ist in jedem Fall Vertrauen – genau das macht uns aus.

Designen Sie prinzipiell immer zusammen?
Nicht jede Idee kommt von uns gemeinsam, die Kombination ist essentiell. Für uns ist wichtig, dass jedes Kleidungsstück der Kollektionen unsere Handschrift trägt. Mal steckt mehr vom einen und mal mehr vom anderen in einem Kleid. Trotzdem arbeiten wir Hand in Hand und stimmen uns sehr eng über Details ab.

Wie lange dauert es, ein Hochzeitskleid herzustellen?
Die Dauer der Anfertigung variiert je nach Design. Wir mögen geradlinige und schlichte Schnitte, spielen aber auch gerne mit Opulenz oder Applikationen.

Da wir vom ersten bis zum letzten Nadelstich in Deutschland fertigen, raten wir jeder Kundin bereits mindestens drei Monate vor Ihrer Hochzeit, ein Kleid bei uns in Auftrag zu geben.

Für aufwendige Couture-Modelle oder Sonderanfertigungen mit viel Handarbeit benötigen wir etwa sechs Monate, ehe es unser Haus verlässt.

Wie viele Leute sind an einem Kleid beteiligt?

In unseren Berliner Ateliers arbeiten in der Regel etwa sechs Personen an der Anfertigung eines Kleides.

Der kreative Prozess beginnt allerdings schon wesentlich früher in unseren Concept Stores. Unsere Bridal Manager gehen dort individuell auf die Wünsche jeder Kundin ein und helfen dabei, den perfekten Look zu kreieren.

Kaviar Gauche über No-Gos bei Brautkleidern

Gibt es für Sie ein No-Go beim Brautkleid-Design?         
Sicher gibt es auf dem Markt mittlerweile sehr viele verschiedene Trends, mit denen wir uns mal mehr, mal weniger identifizieren können. Grundsätzlich gilt: jede Braut muss sich wohl fühlen. Wenn das bedeutet, dass sie eigene Wünsche in das Design ihres Kleides integrieren möchte, fertigen wir ihr gerne eine erweiterte Version unserer Modelle an. Nach 15 Jahren haben wir eine klare Linie, die unsere Kundinnen an uns schätzen, wir freuen uns aber auch immer über Wünsche, Anregungen und Inspirationen für kommende Saisons.

Welche Trends erwarten uns in der diesjährigen Saison?
In unserer Crystal Collection für 2020 ließen wir uns von den großen Festen glamouröser Dekaden inspirieren und legten den Fokus bei der Stoffwahl neben zarten Seidenstoffen in Ivory auf viel Glitzer und florale Applikationen in Silber. BS: Die Brautkleider der Stars

Die Schultern werden betont und die Silhouetten insgesamt großzügiger. Wir setzen damit auf eine Balance zwischen femininer Eleganz und zeitgemäßer Coolness.

Schlichte Ready-to-Marry Looks, Blazerdresses, Jumpsuits und kurze Partydresses lösen sich ab. Und der Trend geht definitiv sehr stark zum Zweit oder Drittkleid, was man bei den großen Hochzeiten von Meghan Markle oder Heidi Klum gesehen hat.

Gibt es einen Schnitt, der so gut wie jeder Braut steht?
Für uns gilt: jeder Braut steht, was ihr gefällt. Wenn eine Frau ein Kleid anprobiert, merkt sie sehr schnell, worin sie sich wohl fühlt – und das ist meist ganz unabhängig von standardisierten Schnitten. Durch unser Mix-and-Match-System versuchen wir ihr neue Möglichkeiten zu eröffnen. Erfahrungsgemäß liegt der Trend nach wie vor bei taillierten Schnitten und einer leichten A-Linie, um die Silhouette hervorzuheben.

Worauf sollte, Ihrer Meinung nach, eine Frau achten, wenn Sie sich ein Brautkleid kauft?
Insbesondere in der heutigen, schnellen Zeit setzen wir auf Qualität statt Quantität. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf Herkunft und Verarbeitung der Stoffe achten und sich Zeit bei der Entscheidung für ein Kleid lassen. Wir halten eine persönliche Beratung in unseren Bridal Concept Stores für eine tolle Gelegenheit, verschiedene Varianten auszuprobieren.

Kann ich als Braut beim Design mitgestalten?
Die Findung des richtigen Kleides ist immer auch ein Prozess, der eine intensive Zusammenarbeit zwischen Bridal Manager und Kundin bedeutet. Wir sind offen für erweiternde Designvorschläge und bieten diese auf Wunsch auch gerne an. Es ist schön zu sehen, wie durch diesen Prozess bereits exklusive Kreationen entstanden sind.

Was war das aufwendigste Kleid, welches Sie je designt haben?
Das war das Flirty-Daisy-Couture Dress für Westwing-Gründerin Delia Lachance, dass wir letztes Jahr für ihre große Traumhochzeit auf Ibiza kreierten.

Delia entschied sich für das Modell aus unserer Sans Souci Kollektion, da es trotz klassischer Silhouette durch die Transparenz der Stoffe besonders zart war und ihrem Typ und dem Ort ihrer Trauung entsprach. Unser Couture- Depatment veredelte das Modell mit unzähligen Kristallen und der meterlange Tüllschleier verlieh der Braut an diesem Tag einen zauberhaften Moment.

Verwendete Quellen: Interview mit Alexandra Roehler und Johanna Kühl

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Author: Jessica Kuch