Elke Heidenreich macht sich für Gedichte stark. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Henning Kaiser/dpa)

Die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich (78) wünscht sich Lyrik und Poesie im Fernsehen.

«Ich habe bei Fernsehsendern immer wieder vorgeschlagen, man solle vor oder nach den Nachrichten drei Minuten für ein Gedicht opfern», sagte sie der «Augsburger Allgemeinen». «Immer gibt es Platz für den Sport, warum nicht für die Kultur? Ich denke, wir würden viele Menschen erreichen, und die Welt sähe etwas besser aus.»

In ihrem neuen Buch «Hier geht’s lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben» zeigt Heidenreich eine weibliche Literaturgeschichte auf: «Ich glaube, dass Männer an Büchern von Frauen weniger interessiert sind als Frauen an Büchern von Männern. Denn viele Männer interessieren sich nicht dafür, was Frauen fühlen und denken.» Natürlich seien Verallgemeinerungen «immer falsch». «Aber manchmal muss man eben verallgemeinern, damit die Diskussion losgeht», so Heidenreich.

Aber es sei auch etwas in Bewegung: «Ich glaube, dass zum Beispiel alle Männer, die ihr Kind mit dem Fahrrad in die Schule bringen, am Leben von Frauen und an den Büchern von Frauen mehr interessiert sind als früher. Denn sie merken, dass ihr eigenes Wohlbefinden davon abhängt, ob man partnerschaftlich miteinander umgeht. Dass es also nicht schaden kann, zu wissen, was Frauen denken. Aber das Gros der Männer, wie ich es etwa im Business oder in der Politik erlebe, ist nach wie vor mehr mit dem eigenen männlichen Kram beschäftigt.»

Gleichberechtigung in der Sprache findet Heidenreich nach wie vor übertrieben: «Ich glaube, dass sich diese Genderei wieder beruhigt. Ich halte auch nichts davon, dass man nachträglich alte Bücher auf das heutige angepasste Reden und Denken frisiert. Das ist Schwachsinn, und das wird hoffentlich wieder aufhören.»

Elke Heidenreich: Hier geht’s lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben, Eisele Verlag, erscheint am 24. September, 192 Seiten, ISBN: 9783961611201

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