Froonck: „Bei meiner Hochzeit muss ich mein Können unter Beweis stellen“

Er ist ein Allround-Talent: Wedding Planner Froonck ist nicht nur täglich im TV zu sehen, jetzt gibt es ihn mit seinem neuen Podcast „Brautsprechstunde“ auch auf die Ohren. Im Interview spricht er mit uns über Promi-Hochzeiten, Fauxpas, Bridezillas und wie er sich seine eigene Hochzeit vorstellt. 

Hochzeiten sind sein Leben: Froonck, 52, ist nicht nur ein überaus erfolgreicher Wedding Planner, er teilt sein Wissen auch gerne. Neben seiner TV-Show „4 Hochzeiten und eine Traumreise“, beantwortet er jetzt auch alle Fragen rund um das Thema Hochzeit in Zeiten der Pandemie in seinem Podcast „Brautsprechstunde“.

Im Interview verrät uns der Wedding Planner, wie es zu der Idee kam und spricht außerdem mit uns über Promi-Hochzeiten und wie er sich seine eigene Hochzeit vorstellt.

Froonck im GALA-Interview

GALA: Froonck, in Ihrem neuen Podcast „Brautsprechstunde“ versuchen Sie alle wichtigen Fragen rund um das Thema „Hochzeit“ – und auch. in Zeiten der Pandemie, zu beantworten. Wie entstand die Idee?
Froonck: Die inhaltliche Idee zum Podcast stammt tatsächlich von mir. Dabei war es mir wichtig, dass die Folgen interaktiv aufgebaut sind, daher auch die Form einer Sprechstunde. Denn mich erreichen immer wieder unzählige Fragen rund um die Hochzeitsplanung, das ist ein großes Thema und sehr komplex. Die Braut steht bei meinem Podcast im Mittelpunkt, sie kann all ihre Fragen stellen und Sorgen loswerden und ich gebe umfassend Antwort, löse ihre Probleme. In der Hoffnung, damit auch andere Hörerinnen und auch Hörer mit ähnlichen Themen abzuholen. 

Und fällt Ihnen das Podcasten schwer?
Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich meinen Wissens- und Erfahrungsschatz, den ich mir mit über 18 Jahren Berufserfahrung als Hochzeitsplaner angesammelt habe, zu teilen. Und das Schöne am Podcast ist, dass ich auch in die Tiefe gehen kann und nicht nur an der Oberfläche kratze. Außerdem hatte ich im Tonstudio schon die Hörbuchversion meines Buches aufgenommen.

Sie sind eine Koryphäe unter den Wedding Plannern. Dabei haben Sie eigentlich ja mal was ganz anderes studiert: Medizin, Französisch und Sport auf Lehramt. Dann haben Sie eine Ausbildung zum Werbekaufmann gemacht und Marketing studiert. Hatten Sie damals schon geplant, im Wedding-Bereich zu arbeiten oder sind Sie da eher so reingerutscht? 
Durch meine Ausbildung als Werbekaufmann und die Arbeit in einer internationalen Werbeagentur habe ich gelernt, kreativ und konzeptionell zu arbeiten. Für die Arbeit als Wedding Planner hat mir das sehr geholfen, es ist ein sehr gutes Rüstzeug. Und vom Medizinstudium kann ich die Semester Psychologie sehr gut verwenden: mich in die Brautpaare einzufühlen und ihre Bedürfnisse individuell zu erfassen.

Gibt es manchmal Situationen, in denen Sie denken: ‚Ach, hätte ich mal lieber mit Medizin weitergemacht?‘
Meine Kommilitonen, zu denen ich übrigens bis heute noch Kontakt habe, waren damals als ich das Studium abbrach, sehr überrascht. Denn ich habe diesen Schritt gemacht, obwohl ich nicht wusste, wie es weitergeht. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, ich bereue nichts. Ich habe immer auf meinen Bauch gehört und das hat sich ausgezahlt.

Das gebe ich auch immer wieder Menschen mit, vor allem dem Berufsanfängern: lasst eure Intuition, euer Feeling sprechen. 

Sie sind täglich auf VOX in den Sendungen „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ sowie „Die schönste Braut“ zu sehen, haben jetzt Ihren Podcast und sind Buchautor. Kann man Sie trotzdem noch als Wedding Planner buchen oder sind Sie damit komplett ausgelastet?
In den letzten Jahren merke ich schon, dass ich etwas weiter aus der operativen Planung rausgehe und mehr hin zur Weiterbildung und Coaching. Der Podcast ist ja auch eine Art Coaching und Beratung. Ich werde aber auch immer häufiger in den letzten Jahren als Speaker auf internationalen Hochzeitskongressen gebucht, was mir auch sehr viel Freude bereitet. Ich plane in den nächsten Monaten ein international anerkanntes Zertifikat anzubieten, das Wedding- und Event Planner in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland absolvieren können. Mir ist es wichtig, meine Erfahrung weiterzugeben und den Nachwuchs zu fördern. Aber ja: mein Team und ich planen natürlich immer noch Hochzeiten, das liebe ich, das ist meine Passion! Wir haben uns nur in den letzten Jahren auf Destination und Luxury Weddings spezialisiert. 


Sie lassen sich also gerne in die Karten Ihres Erfolgskonzepts schauen?
Ja, aber das war nicht hat immer so.

Gerade zu Beginn meiner Karriere hat es mich enorm gestört, wenn Konkurrenten gecopyiet haben.

Und dann hat mir ein schlauer Mensch gesagt, dass wenn mich jemand kopiert, ich auch etwas richtig mache und das hat mich zum Umdenken bewegt. Ab dem Moment habe ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr um den Wettbewerb gekümmert und bin einfach meinen Weg gegangen. 

Sie haben auch bereits einige Promi-Hochzeiten wie die von Sarah und Marc, Oliver Pocher und Sandy Meyer-Wölden oder Marc und Dani ter Stegen geplant – setzt Sie das besonders unter Druck, wenn Sie wissen, dass das Brautpaar in der Öffentlichkeit steht? 
Unter Druck setzt mich das nicht mehr. Jedes Hochzeitspaar – unabhängig davon ob es prominent ist oder nicht – hat eine perfekte Hochzeit verdient. Und das ist auch das Ziel, welches mein Team und ich mit unserer detaillierten und liebevollen Planung erreichen möchten. 
Bei Promis gibt es allerdings weitere zusätzliche Themen, wie beispielsweise die Presse. Das ist ein wichtiger Punkt der vorher besprochen werden muss. Dabei unterscheidet man, ob die Medien prinzipiell an dem Event teilnehmen, oder die Fotos später nur als Aussendung verschickt werden. Auch das Thema Security ist bei den VIPs natürlich ein ganz anderes als bei Otto-Normal-Verbraucher. Gerade auch, wenn sich das Paar dazu entschließt, die Hochzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu feiern. Damals bei Oliver Pocher und Sandy Meyer-Wölden mussten wir das Schloss Bensberg komplett abschotten – und das war gar nicht so einfach, wenn auch mit Helikoptern versucht wird, Fotos zu schießen.

Bei Sarah und Marc hatten wir einige Schaulustige, die sich während der Zeremonie am Strand an der Klippe positioniert hatten.

Eine andere Herausforderung bei VIP-Hochzeiten ist der Transport der Gäste, ähnlich wie man das vielleicht von anderen Red-Carpet-Events kennt. Generell ist das Guest-Management natürlich viel umfangreicher. Insgesamt kann man also sagen, dass eine Promi-Hochzeit aufwendiger und detaillierter in der Organisation ist. Aber emotional ist es für mich kein Unterschied, ob ich für ein Promi oder Nicht-Promi-Paar die Hochzeit plane. 

Sie schauen auf 18 Jahre Erfahrung zurück. Gab es etwas, das richtig schief gelaufen ist? Soweit ist fast immer alles glatt gegangen. Backstage gab es einige Katastrophen, aber von denen haben Brautpaar und Gäste nichts mitbekommen. Deshalb muss man eben starke Nerven und breite Schultern haben. Über die Jahre hinweg lernt man auch noch detaillierter zu planen, sodass es immer einen Plan C gibt und etwaige Störungen, die immer passieren können, den reibungslosen Ablauf nicht beeinträchtigen. Ring frei für die Liebe Verlobung + Hochzeit (22825)

Zum Beispiel?
Wir hatten einmal den Fall, dass durch eine Flug-Annullation eine Band zehn Minuten vor dem Auftritt bei der Zeremonie eintraf. Das Schlimmere war jedoch, dass ihr Gepäck nicht mitkam indem die Smokings für den Abend-Gig waren. Wir mussten also binnen kürzester Zeit passende Kleidung für die Band organisieren – das war schon alles sehr stressig, ist aber am Ende nochmal gut gegangen. Und das Paar hat davon zum Glück nichts mitbekommen.

Ich denke immer: ich habe jetzt in 18 Jahren und bei rund 600 geplanten Hochzeiten alles erlebt, aber ich werde doch immer noch wieder überrascht (lacht).

Und das ist auch der Punkt, den ich am meisten liebe: Bei Hochzeiten gibt es keine Generalprobe des gesamten Events, erst an dem großen Tag greifen alle kleinen Puzzlestückchen ineinander und dein Plan erwacht zum Leben. Es gibt also immer ein gewisses Risiko, ob an dem Tag alles funktioniert, wie gedacht – aber gerade das gibt mir auch den Kick.

Welcher Moment macht Sie als Wedding Planner besonders glücklich?
Wenn man diese ganze positive Energie, die man in den Monaten zuvor in die Planung und Organisation hineingesteckt hat, an diesem Tag zurückbekommt, löst das in mir einfach nur Glücksgefühle aus. 

Sind Sie bei jeder Trauung dabei?
Ja, absolut. Das ist das Entscheidende eines professionellen Planers, an dem Tag der Hochzeit dabei zu sein, um vor Ort zu koordinieren, notwendige Anpassungen im Ablauf vorzunehmen. Die Präsenz am Hochzeitstag macht bestimmt 60 Prozent des ganzen Jobs aus hinsichtlich Wichtigkeit. Interview Wedding-Week mit Bride Around

Was sagen Sie zu dem Begriff einer Bridezilla?
Echte Bridezillas gibt es in der Tat, aber deutlich weniger, als kolportiert wird. Wenn ich merke, dass es in diese Richtung geht, also dass die Braut keine Aufgaben abgeben kann, alles besser weiß und ständig kontrolliert, dann habe ich die Zusammenarbeit auch schon abgebrochen oder erst gar nicht zugesagt.

Das Problem bei diesen Damen ist, dass sie sich auch selbst im Wege stehen und am Tag der Hochzeit nicht loslassen können.

Was besonders schade ist, denn dadurch kann sie ihr Fest überhaupt genießen. Aber das sind meist Menschen, die in anderen Lebensbereichen auch Schwierigkeiten haben, Dinge abzugeben oder einfach anderen zu vertrauen.

Wie sieht Ihre Work-Life-Balance aus?
Jetzt besser (lacht). Vor Covid eher Work und deutlich beschleunigter. Zum Glück bin ich ein Mensch, der viel Energie hat und eine grundsätzlich positive Einstellung: das (Champagner-) Glas immer halb voll.

Meine Wahlheimat Nizza entspannt mich auch sehr. Die Landschaft, das Meer, das Klima – die französische Lebensart – das alles macht mich sehr glücklich.

Nach stressigen Phasen nehme ich mir ganz bewusst eine Auszeit – offline und deconnected. Dann gehe ich besonders gerne ins Theater, in die Oper, vor allem in die Natur und mache Road Trips im Cabrio.

Wenn Sie künftigen Brautpaaren einen Tipp geben müssten, welcher wäre das?
Sich nicht zu sehr an einen Zeitplan oder an ein Skript zu halten. Man muss am Tag der Hochzeit immer noch flexibel auf bestimmte Bedürfnisse oder Umstände reagieren können. Das bedeutet dann vielleicht auch mal das Essen um eine Stunde zu verschieben, wenn alle Gäste gerade den Sonnenuntergang auf der Terrasse genießen. Es muss immer Raum für Spontanität bleiben, man muss dem eigenen Flow folgen.

Bei so vielen geplanten und miterlebten Hochzeiten: Haben Sie überhaupt noch Lust Ihre eigene zu feiern und sind die Erwartungen nicht exorbitant hoch?
Es wird nicht einfacher, je mehr ich realisiere (lacht). Ich habe dennoch total Lust darauf, selbst zu heiraten und meine eigene Hochzeit zu feiern. Wohl gemerkt: zu feiern, nicht zu planen! Aber weil ich schon so viel gesehen habe, hätte ich auch gerne soviel (lacht). Wenn der Moment kommt, würde ich deshalb definitiv mehrere Tage feiern; um so viel Zeit wie möglich mit den Menschen feiern, die mir wichtig sind. Zeit und Zuwendung sind für mich der größte Luxus. Royale Hochzeitskleider Brautmode (25651)

Wie stellen Sie sich Ihre Traumhochzeit vor?

Ich möchte auch auf jeden Fall verschiedene Stile umsetzen. Es soll einen Gala-Abend geben – mit glamourösen Abendkleidern und Black-Tie-Dresscode bei den Männern. Dann hätte ich gerne etwas ganz entspanntes, z.B. ein BBQ mitten in der Natur verbunden mit Spiel und Spaß.

Und ein absolutes Muss: Meine Wedding muss am Meer stattfinden! Meine Favorit-Spots in Europa sind derzeit Korsika, Sardinien, Sizilien und Montenegro. 

Wie sieht es aus mit der Presse?
Das ist eine sehr gute Frage, die mir erst letztens durch den Kopf ging. Was ich schön finden würde bei einer öffentlichen Hochzeit, dass ich meinen Fans etwas zurückgeben könnte. Aber es muss auch intime Momente geben. Ein Mix also: ein Tag für die Presse, alles andere privat.

Setzt Sie das dann auch unter Druck?
(Lacht) Also ein bisschen muss ich mein Können dann ja schon unter Beweis stellen und abliefern, wenn ich sonst immer kritisiere. Aber von Druck von außen mache ich mich frei, in erster Linie muss es uns gefallen. Außerdem bekomme ich soviel Liebe und Zuneigung von meinen Fans und Hochzeiten sind nun mal positiv besetzt. 

Verwendete Quellen:Interview mit Froonck

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Author: Jessica Kuch