Georgia (Julia Roberts) und David (George Clooney) wollen die Hochzeit ihrer Tochter verhindern. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Vince Valitutti/Universal Studios/dpa)

George Clooney hat sich etwas rar gemacht auf der großen Leinwand. Für einen einzigen Film stand der 61-Jährige in den letzten fünf Jahren vor der Kamera. «Midnight Sky» lief nur kurz im Kino. Bei Julia Roberts (54) waren es immerhin zwei («Wunder», «Ben Is Back»).

Jetzt standen beide Stars wieder gemeinsam vor der Kamera, um mit «Ticket ins Paradies» ein Genre wiederzubeleben, das im Kino ebenfalls etwas selten geworden ist: die romantische Komödie.

Die Ehe ging schief

Das gutaussehende Traumpaar aus «Ocean’s Eleven» spielt David (Clooney) und Georgia (Roberts), die vor 25 Jahren geheiratet haben, sich aber schon nach wenigen Jahren scheiden ließen. Nun können sie einander nicht ausstehen und gehen sich strikt aus dem Weg. Bei der Studien-Abschlussfeier ihrer Tochter Lily (Kaitlyn Dever) kommt es zum unfreiwilligen Wiedersehen zwischen den beiden. Doch es bleibt nicht das einzige.

Denn die junge Lily verliebt sich im Urlaub auf Bali in den charmanten Algenbauer Gede (Maxime Bouttier). Sie will ihre vielversprechende Karriere als Anwältin aufgeben, Gede heiraten und für immer auf Bali bleiben. Ihre schockierten Eltern reisen zur Hochzeitsfeier nach Bali, aber nicht um zu feiern, sondern um die Heirat mit allen Mitteln zu verhindern.

Sie schmiedern hinterlistige Pläne

Schon im Flieger, der von Georgias jungem französischen Liebhaber Paul (Lucas Bravo aus «Emily in Paris») gesteuert wird, gehen die Zankereien wieder los. Trotzdem raufen sich David und Georgia zusammen und schmieden hinterlistige Pläne, um das Vorhaben ihrer Tochter zu stoppen. Dabei kommen gemeinsame Erinnerungen an ihre eigene Ehe hoch – und mehr als melancholische Gefühle.

Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, wohin sich die Handlung entwickelt. Die Formel der romantischen Komödie ist hinlänglich bekannt. Aber «Ticket ins Paradies» ist so unterhaltsam und kurzweilig, dass es ein echtes Vergnügen ist, den Protagonisten zuzusehen. Clooney und Roberts hatten eindeutig Spaß vor der Kamera – was man auch an den Outtakes im Abspann sehen kann. Die Spielfreude und die Chemie zwischen den beiden ist großartig. Ein Höhepunkt ist eine amüsante Tanzszene unter Alkoholeinfluss.

Charmante Inszenierung

Der Film des britischen Regisseurs Ol Parker («Mamma Mia! Here We Go Again») hat viele lustige Szenen und einige echte Lacher. An Kitsch mangelt es wahrlich nicht, aber die rührseligen Momente sind so charmant inszeniert, dass es einfach schön ist. Der eine oder die andere im Publikum wird vielleicht sogar eine Träne verdrücken. Dazu kommen absolut traumhafte Bilder, die allerdings leider nicht auf Bali entstanden sind, sondern im australischen Queensland. Schön anzusehen ist es jedenfalls.

«Die Braut, die sich nicht traut», «Wedding Planer» oder «Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?» – in den 1990er und 2000er Jahren war die romantische Komödie aus Hollywood ein fester Bestandteil des jährlichen Sommerkinos. «Ticket ins Paradies» kann es mit den besten «Romcoms» aufnehmen. Dank seiner beiden bestens aufgelegten, großartigen Hauptdarsteller, der schönen Naturbilder und mit viel Urlaubsflair macht «Ticket ins Paradies» einfach gute Laune – der perfekte Feelgood-Film für diesen Sommer.

Ticket ins Paradies, USA 2022, 104 Min., FSK 6, von Ol Parker, mit George Clooney, Julia Roberts, Kaitlyn Dever, Lucas Bravo

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