Dietmar Preißler, Sammlungsdirektor im Haus der Geschichte. Das Museum sammelt Gegenstände, die sinnbildlich die Hochwasserkatastrophe vom Juli und ihre Folgen verdeutlichen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Oliver Berg/dpa)

Die Hochwasserkatastrophe vom Juli ist ein Thema für das Haus der Geschichte. «Wir sammeln Gegenstände, die sinnbildlich für das Ereignis und seine Auswirkungen stehen», sagte der Sammlungsdirektor Dietmar Preißler der Deutschen Presse-Agentur.

Die Katastrophe sei in ihrer Dimension ein zeitgeschichtliches Ereignis, so dass es wichtig sei, Erinnerungsstücke als «Teil des kulturellen Gedächtnisses» für die Zukunft zu sichern.

Bislang habe das Museum zum Beispiel verschmutzte Weinflaschen aus dem Ahrtal erhalten, aber auch ein verschlammtes Gerät aus einer Zahnarztpraxis. Ein Geistlicher aus der Region habe liturgische Bücher und andere Dinge aus seiner überschwemmten Kirche zur Verfügung gestellt.

Insgesamt sei die Sammlung zu der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aber noch ganz am Anfang. «Wir sind sehr zurückhaltend mit Anfragen an Betroffene, die Menschen sind ja teilweise traumatisiert und haben jetzt erstmal etwas anders zu tun, als sich um mögliche Museumsstücke Gedanken zu machen», sagte Preißler.

Er sei aber zuversichtlich, dass das Museum im Laufe der nächsten Monate zahlreiche aussagekräftige Gegenstände aus den Hochwassergebieten erhalten werde. Die Mitarbeiter könnten dabei auch auf die Erfahrungen aus dem Elbe-Hochwasser in Ostdeutschland 2002 zurückgreifen. Von diesem Ereignis zeugt im Haus der Geschichte zum Beispiel ein beschädigter Konzertflügel aus der Semperoper in Dresden.

Vor zwei Monaten hatten Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen in Rheinland-Pfalz und NRW eine Katastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet. Bislang wurden rund 190 Tote gezählt, mehrere Menschen gelten noch immer als vermisst.

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