Noah Gordon bei der Weltpremiere des Kinofilms «Der Medicus» 2013 in Berlin. Der Autor starb im Alter von 95 Jahren. (Urheber/Quelle/Verbreiter: dpa)

Der US-Autor Noah Gordon, der mit Romanen wie «Der Medicus» ein Millionenpublikum erreichte, ist tot.

Das bestätigte am Dienstag der Verlag Penguin Random House unter Berufung auf die Literaturagentur Mohrbooks in der Schweiz, die den Schriftsteller vertrat. Gordons Familie schrieb auf Facebook, er sei am Montag im Alter von 95 Jahren zu Hause gestorben.

Erst kürzlich habe der Bestseller-Autor noch mit Freude seinen Geburtstag gefeiert. Er sei dankbar für das lange und fruchtbare Leben gewesen, das er geführt habe. «Noahs Leben und Werk haben das Leben von Millionen von Lesern auf der ganzen Welt berührt. Sein Werk lebt weiter», heißt es in dem Post.

Er arbeitete als Reporter

Der am 11. November 1926 in Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts geborene Gordon hatte sich schon früh für Literatur interessiert. Doch der Sohn jüdischer Eltern sollte Medizin studieren, um finanziell abgesichert zu sein. Ein Semester am College hielt er durch, dann schrieb er sich, ohne seinen Eltern davon zu erzählen, für Journalismus ein. Die Laufbahn als Reporter – er arbeitete zunächst bei seiner Heimatzeitung «The Worcester Telegram» und dann als Wissenschaftsjournalist beim «Boston Herald» – ebnete ihm schließlich den Weg zum Schriftsteller.

Der «Medicus» machte ihn weltbekannt

Gordons erster Roman, «Der Rabbi» (1965), hielt sich 26 Wochen auf der Bestsellerliste der «New York Times». Der große internationale Erfolg gelang ihm aber mit «Der Medicus», der im Sommer 1986 mit dem Originaltitel «The Physician» erschien. Darin macht sich der Waisenjunge Rob Jeremy Cole im 11. Jahrhundert auf den Weg von England ins persische Isfahan, um bei dem berühmten Arzt Ibn Sina Medizin zu studieren. Am Ende kehrt er als anerkannter Medicus mit seiner Frau nach England zurück.

Es folgten die Fortsetzungen «Der Schamane» (1992) und «Die Erben des Medicus» (1995). Die «Medicus»-Verfilmung unter Regie von Philipp Stölzl, die 2013 in die Kinos kam, half, die Bücher auch einer jungen Leserschaft neu zu erschließen. Zuletzt war von Gordon 2007 der Roman «Der Katalane» erschienen, eine Hommage an die Geschichte des spanischen Weinbaus im 19. Jahrhundert.

Seither war es um den Vater dreier erwachsener Kinder stiller geworden. «Jeden Morgen gehe ich an meinen Computer und freue mich über die E-Mails, die ich von Lesern aus vielen Ländern erhalte. Ich bin jedem Leser dafür dankbar, dass er mir ermöglicht, mein Leben als Geschichtenschreiber zu verbringen», heißt es auf seiner Homepage.

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