Bushido im Oberlandesgericht Brandenburg (Havel) bei der Fortsetzung eines Zivilprozesses zwischen ihm und Arafat Abou-Chaker um eine Wohnanlage in Rüdersdorf. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Jörg Carstensen/dpa)

Im Streit zwischen dem Rapper Bushido und seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker um gemeinsame Wohnhäuser hat ein Bruder Abou-Chakers dem Musiker drastische Vorwürfe gemacht. Der «perfide und perverse Plan Bushidos» bestehe darin, sich als Opfer zu zeigen, sagte der Bruder im Zivilprozess vor dem Oberlandesgericht Brandenburg (Havel). Vor dem Hintergrund einer behaupteten Erpressung und Bedrohung nehme Bushido die Opferrolle an und trage diesen Eindruck auch in den Prozess um die gemeinsame Firma – nach dem Motto «Gebt mir alles».

In dem Prozess geht es um sieben Häuser, die beide Männer gemeinsam im brandenburgischen Rüdersdorf erworben hatten. Nach mehreren Auseinandersetzungen wollen sich beide geschäftlich trennen. Zuletzt hatte das Landgericht Berlin Arafat Abou-Chaker in einem Strafprozess von Gewaltvorwürfen gegen Bushido freigesprochen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte gegen das Urteil Revision eingelegt. Bei dem Prozess in Brandenburg war der Rapper am Mittwoch nicht anwesend.

Zerwürfnis zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker

Nach der Trennung im musikalischen Geschäft und dem Zerwürfnis zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker vor etwa sieben Jahren habe man versucht, das Immobiliengeschäft geräuschlos abzuwickeln, sagte Arafats Bruder am Mittwoch. Dann kam nach seinen Worten der «Vorwurfskrieg». Die Familie sei vier Jahre lang vor Gericht «auseinandergenommen» worden. Bushido habe gelogen und dem Bruder Arafats als Bevollmächtigten der Immobiliengeschäfte gekündigt. «Guck ma‘, wie frech der ist», sagte das Abou-Chaker-Familienmitglied am Mittwoch. 

Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, führte als Kündigungsgrund an, der Bruder habe eigenmächtig 180.000 Euro aus dem Gesellschaftsvermögen entnommen. Arafat Abou-Chaker und sein Bruder bestreiten das vehement. Sie sagen, es habe vorher gemeinsame Absprachen gegeben und mit dem Geld seien Rechnungen für das gemeinsame Grundstück in Kleinmachnow bezahlt worden.

Reihe an juristischen Auseinandersetzungen

Der Prozess ist Teil einer Reihe an juristischen Auseinandersetzungen der beiden. In einem anderen Zivilprozess gegen seinen Ex-Geschäftspartner um eine Millionensumme hatte Bushido im Februar recht bekommen. Das Gericht stellte fest, dass es keinen Managementvertrag zwischen den beiden gegeben habe.

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