Alexander Scheer (l) und Meltem Kaptan in einer Szene des Films «Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush» (Deutschland/Frankreich, undatierte Filmszene). (Urheber/Quelle/Verbreiter: Andreas Hoefer/Pandora Film/Berlinale/dpa)

Der Regisseur Andreas Dresen («Gundermann») stellt am Samstag bei der Berlinale seinen neuen Film vor. Er erzählt die Geschichte des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz – und zwar aus der Perspektive der Mutter.

Der in Bremen aufgewachsene Kurnaz war von 2002 bis 2006 ohne Anklage im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba inhaftiert. Die Geschichte habe Dresen damals im Fernsehen verfolgt und dort auch die Interviews gesehen, die er nach seiner Rückkehr gegeben habe, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dann habe ihm ein Produzent Murats Buch «Fünf Jahre meines Lebens» zu lesen gegeben. «Das war wie ein Schlag in die Magengrube, muss ich ehrlich sagen. Weil es so sehr an meinem Gerechtigkeitsempfinden gerüttelt hat», sagte Dresen.

«Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush» ist der erste Beitrag eines deutschen Filmemachers im Wettbewerb um den Goldenen Bären. Aus Frankreich kommt der Film «Both Sides of the Blade» mit Juliette Binoche. Die 57-Jährige spielt darin eine Frau, deren Leben durcheinandergerät, als ein Ex-Liebhaber auftaucht. Zudem werden zwei Beiträge südostasiatischer Filmemacher gezeigt: Die Collage «Everything Will Be Ok» von Rithy Panh aus Kambodscha und der Film «Nana» der indonesischen Regisseurin Kamila Andini.

Kleineres Format wegen Corona

Am Abend wird auch die britische Oscarpreisträgerin Emma Thompson erwartet. In «Good Luck to You, Leo Grande» spielt sie eine pensionierte Lehrerin, die die Dienste eines jungen Sexarbeiters in Anspruch nimmt. Am Freitag hatte auch der neue Horrorfilm des italienischen Regisseurs Dario Argento Premiere. Diese Filme laufen nicht im Wettbewerb. Gezeigt wird auch ein Dokumentarfilm über Musiker Nick Cave.

Die Berlinale findet dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie in verkleinerter Form statt, die Preisträger werden bereits am Mittwoch verkündet. Diesmal gehen 18 Filme ins Rennen um den Goldenen Bären, darunter «Rimini» des Österreichers Ulrich Seidl. Ein Schlagersänger namens Richie Bravo versucht darin, sich im winterlichen Rimini mit Auftritten und Gigolosex finanziell über Wasser zu halten.

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